Die europäische Union in der Krise

Fünfte roots lecture in economics mit Dr. Gregor Gysi

„Wenn Sie nichts Besseres zu tun haben, als hierherzukommen, müssen Sie jetzt leiden.“ So begann Dr. Gregor Gysi am 16. November seinen Vortrag im Rahmen der 5. roots lecture in economics.
Er sprach über die Sitation der EU. „Jemanden wie Gysi einen überzeugten Europäer zu nennen, wäre seltsam. Immer wieder hat er in der Vergangenheit die EU in ihrer jetzigen Form scharf kritisiert, hat sie als unsozial, undemokratisch und intransparent bezeichnet.“ So schrieb die Mittelbayerische Zeitung. Diesen Ton schlug er auch bei der roots lecture an. Jedoch: „Die EU darf nicht kaputtgemacht werden.“ Nötig sei seiner Meinung nach ein „Neustart“. Ein Nationalstaat nach altem Gepräge habe in der globalen Wirtschaft keine Chance. Das wichtigste Argument für die EU ist laut Gysi aber der Erhalt des Friedens zwischen den Mitgliedsländern. Damit vertritt er eine andere Meinung als viele in seiner Partei. Eigentlich hatte Gysi nach dem Rückzug als Linken-Fraktionschef im vergangenen Jahr nur noch ratschlagend zur Seite stehen. Er wollte sich fortan seinen Memoiren widmen und als Anwalt arbeiten. Doch offenbar ist ihm das zu langweilig, denn er will 2017 nun doch erneut für den Bundestag kandidieren – er bewirbt sich um ein Direktmandat – und sich dann bevorzugt bei Europathemen zu Wort melden. Wir freuten uns sehr, Herrn Dr. Gysi zu Gast gehabt zu haben. Vor allem freuten wir uns über die Möglichkeit, ein Teamfoto mit Herrn Dr. Gysi zu machen. Und auch der brechend volle Hörsaal zeugte von der Beliebtheit, der sich Gysi erfreut.